Leistenbruch OP

Leistenbruch Operation © Bergringfoto - Fotolia.com
Liegt ein Leistenbruch vor, sollte die Operation nicht zu lange hinausgezögert werden, da sich neben unerträglichen Schmerzen, sich der Leistenbruch noch weiter ausweiten und so zu einer akuten Gefahr werden kann. Demzufolge ist es unabdingbar rechtzeitig zum Artz zu gehen und sich behandeln zu lassen bzw. sich einer Operation zu unterziehen. Als Behandlungsmöglichkeit gibt es hier zwei unterschiedliche Operationsverfahren: Die herkömmliche, offene Methode und die minimal-invasive Methode mittels Bauchspiegelung.

Offene Methode

Bei der offenen Methode wird in der Leiste ein Schnitt gemacht um den Bruch freizulegen. Danach wird die Schwachstelle in der Bauchwand verstärkt.
Die Verstärkung erfolgt entweder nach der Bassini- oder Shouldice-Methode oder nach der Lichtenstein-Methode. Der Eingriff dauert ungefähr 20 bis 30 Minuten

Bassini- oder Shouldice-Methode

Hier wird unter Vollnarkose die Bruchpforte verschlossen, indem sie zusammen genäht wird und das Gewebe so weit zusammen gezogen wird, wie der Normalzustand sein soll. Erfolgt dies mit nur einer Naht, so ist dies die Bassini-Methode.
Wird in mehreren einzelnen Schichten genäht, spricht man von der Shouldice-Methode.
Der Vorteil dieser Operationsmethode ist, dass kein Fremdmaterial im Bauch verbleibt. Nachteile sind jedoch, dass die Naht unter Spannung steht und das Gewebe einreißen kann. Zudem ist eine Narbe von 5 bis 10 cm Länge sichtbar und es bedarf einer Schonungszeit von 6 bis 12 Wochen.

Lichtenstein-Methode

Hier wird zur Verstärkung der Schwachstelle ein Netz eingenäht. Diese Methode wird vor allem bei erneut aufgetretenen Brüchen angewandt.
Mit einem Schnitt wird die Bruchstelle freigelegt und anschließend ein Netz auf die Bruchregion gelegt und befestigt. Dieser Eingriff ist auch ambulant in Teilnarkose möglich und hat eine kürzere Schonungszeit von 3 Wochen.

Minimal-invasive Methode

Bei dieser Methode, die auch Schlüsselloch-Methode genannt wird, erfolgt die Operation mittels kleinen Schnitten, durch die die Instrumente in den Bauchraum eingeführt werden. Hierfür gibt es zwei Operationstechniken: Die Transabdominale Präperitoneale Netzplastik (TAPP) und die Total extraperitoneale Netzplastik (TEP). Bei beiden Techniken werden kaum sichtbare Schnitte in der Bauchdecke vorgenommen, über die eine kleine Kamera und die chirurgischen Instrumente dann in die Bauchhöhle eingeführt werden. Bei der TAPP wird das Netz mit Metallclips über der Bruchstelle befestigt, bei der TEP wird es ohne Clips zwischen Muskulatur und Bauchfell eingelegt und hält selbstständig.
Die Operation erfolgt hier meist in einer kurzen Vollnarkose und dauert etwa 30 bis 60 Minuten.

Beide Methoden haben den Vorteil, dass nur kleine Schnitte gemacht werden und die Schmerzen nach der Operation sehr gering sind. Zudem ist kaum körperliche Schonung nötig.

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