Leistenbruch bei Frauen

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Auch wenn der Leistenbruch aufgrund der unterschiedlichen Anatomie von Mann und Frau doch eher beim männlichen Geschlecht auftritt, wird ungefähr jeder zehnte Bruch bei einer Frau diagnostiziert. Hier spricht man allerdings von einem Schenkelbruch, da der Bruch meist unterhalb der Leiste am Schenkel auftritt. Während beim Mann als Hauptursache von einer veranlagten Bindegewebsschwäche der Bauchwand ausgegangen wird, kommt diese angeborene Form bei Frauen weitaus seltener vor.

Was sind die Ursachen?

Beim Mann entsteht durch die Verbindung zwischen Samenleiter und Sehnenplatte eine Lücke, durch die der Bruch entstehen kann. Das weibliche Pendant dazu ist das Gebärmutter-Halteband. Durch dieses entsteht allerdings keine Lücke, woraus zu schließen ist, dass die Bindegewebsschwäche erst später erworben werden muss. Dies geschiet zum Beispiel durch:

  • die hormonelle Umstellung während einer Schwangerschaft,
  • durch eine Geburt oder einen Kaiserschnitt.
  • Auch Operationen an der Bauchdecke,
  • die Folgen eines Unfalls,
  • Fettleibigkeit und
  • Wasseransammlungen im Bauch können hier bestärkend wirken.

Wie macht sich ein Leistenbruch bei der Frau bemerkbar?

Die Symptome bei Mann und Frau sind sich sehr ähnlich (siehe Link). Auch hier ist eine Wölbung und ein Ziehen im Leistenbereich ein Indiz für einen Leisten-oder Schenkelbruch. Der Schmerz kann über das ganze Becken, bei Frauen bis zu den Schamlippen ausstrahlen.

Wie kann man einem Schenkelbruch vorbeugen?

Zunächst sollte die Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden. Dies ist durch regelmäßige Beckenbodengymnastik möglich. Diese beugt zudem Inkontinenz vor und lässt sich einfach zu Hause durchführen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit der Gymnastik. Zudem sollte, wie beim Mann auch, schweres Tragen vermieden und auf einen weichen Stuhl, zum Beispiel durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, geachtet werden.

Wie sieht die Behandlung aus?

Schenkelbrüche bei Frauen können sehr gefährlich sein, da sie meist einklemmen, der Darm dadurch anschwillt und so Blutgefäße abgedrückt werden. Der Darm kann somit nicht mehr in die Bauchhöhle zurückgedrückt werden, was zu einem Absterben des Organs oder der Entzündung des Bauchfells führen kann.

Eine Leistenbruchoperation ist hier indiziert. Hierbei wird der herausgetretene Bruchsack in die Bauchhöhle zurückverlagert und die Bruchöffnung dauerhaft verschlossen. Je nach Schweregrad wird die Operation offen oder minimalinvasiv durchgeführt.

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